Du betrachtest gerade Was ist eine Puppe und wozu brauche ich sie?

Was ist eine Puppe und wozu brauche ich sie?

Weißt du wozu du eine Puppe brauchst? Warum Jungs mit Puppen spielen und wir die Kinder es auch tun lassen sollten? Du suchst eine Puppe für dein kleines Mädchen oder deinen kleinen Jungen, weißt aber nicht was für eine? Hier findest du die Antworten.

Was bedeutet das Wort Puppe?

Laut Duden ist die Definition von dem Wort Puppe eine verkleinerte Nachbildung einer menschlichen Gestalt, meistens eines Kindes. Wenn man Frauen als Puppe bezeichnet, ist es ziemlich abwertend, da es bedeutet, sie ist zwar schön, aber hat nicht viel im Kopf und ist nur eine leere Hülle.

Das Wort Puppe kommt von dem lateinischen Wort puppa, was so viel heißt wie „kleines Mädchen“. Wenn man sich die alten und auch die neueren Puppen anschaut, sind es überwiegend nur weibliche Puppen. Obwohl auch Jungs gerne damit spielen und auch sollten. Im Handmade-Bereich finden sich hin und wieder auch Jungspuppen. Aber sie gehören zur Minderheit.

Warum spielen Kinder mit Ihnen?

Es ist von Experten empfohlen, die Kinder mit einfachen Puppen spielen zu lassen. Es regt die Fantasie an und fördert die Kreativität. Mit dem Spielen lernen die Jungen und Mädchen schon im frühen Alter empathische Fähigkeiten und soziale Intelligenz. Das heißt, sie können sich leichter in andere hineinversetzen und Probleme lösen.

Es sollte bei der Auswahl des Spielgefährten allerdings auf Technik verzichtet werden, bzw. auf jegliche Extras wie Geräusche und Funktionen. Wenn die Puppe oder auch der Teddy vorgefertigte Geräusche macht, dann stört das die Fantasie, da es gerade nicht in den Ablauf passt. Die Folge ist, dass diese Puppen zwar toll aussehen, aber schnell in der Ecke liegen. Deshalb lieben Kinder oft auch die Puppen oder Plüschtiere, die schnuddelig und abgenutzt aussehen. Diese haben die Kinder schon lange begleitet und viel mit ihnen erlebt. Wenn sie dann noch handgemacht sind, begleitet die Kinder auch ein Teil von Mama oder Papa.

Wenn Dein Kind also sich schockverliebt in eine Puppe oder Robbe, wie bei meinem Sohn, dann lass es ihr oder ihm. Es sieht nur einen Gefährten und keine super teure und „schau mal was mein Kind tolles hat“ Figur. Mit liebe handgemachte Puppen kommen meistens viel besser an, auch wenn sie nicht perfekt sind.

Die Kinder ahmen die Erwachsenen nach. Deshalb wird gekocht, gefüttert und gebadet. Die Kleinen lernen spielerisch Fürsorge und übernehmen Verantwortung für etwas. Dabei erlebt die Puppe im Spiel alles, was das Kind beschäftigt. Auf diese Weise lernen sie Erlebnisse zu verarbeiten und entwickeln eigene Methoden, um mit der Welt umzugehen.

Wenn dein Kind in den Kindergarten oder die Kindergrippe kommt, dienen die Puppen, Kuscheltiere oder Schmusetücher als Ersatz für Mama oder Papa, die plötzlich nicht da sind. Es liebt seinen Begleiter genauso, wie es selbst geliebt werden möchte.

Seit wann gibt es eigentlich Puppen?

Schon in der Jungsteinzeit haben Wissenschaftler Figuren aus Ton und Holz gefunden. Allerdings waren es damals noch keine Spielzeuge, sondern dienten kulturellen Zwecken. Die Figuren waren auch eher erwachsenen Menschen nachempfunden.

Es wurde Ton, Holz, Kuhfladen, Pflanzenfasern, Stoff und später Bronze für Figuren genutzt. Die Mädchen nahmen auch einfache Holzstöcke und „bemutterten“ ihn, ganz so, wie sie es bei ihrer Mutter sahen.

Erst im Mittelalter änderte sich dann das Material. Es kam Terrakotta, Alabaster oder auch Wachs zum Einsatz. Das Zubehör, wie Kleider, Hosen, Puppenhäuser und Puppenstuben kamen erst später dazu. Und dann auch nur für die Reichen Adligen und auch nicht zum Spielen.

Im 15. Jahrhundert wurde in Nürnberg die erste Produktion begonnen. Waltershausen war der unumstrittene Standort für die Puppenherstellung weltweit. Über 30 Firmen ließen dort ihre Puppen produzieren. Auch in Sonneberg wurden die Puppen ab dem 17. Jahrhundert industriell hergestellt.

Johann Daniel Kestner jun. (1787-1858) begründete die Waltershäuser Puppenindustrie. Er begann mit Pappfiguren und erweiterte dann auf Puppenköpfe aus Pappmaché.

Seitdem hat der Boom der Puppenherstellung richtig begonnen. Aber welches Material ist denn nun gut?

Aus was sind Püppchen gemacht?

Wie bereits weiter oben geschrieben, waren die ersten Puppen aus Holz, Ton und Wachs. Allerdings ist dieses Material sehr anfällig. Zwar leicht zu haben, aber stabil ist es nicht.

Im Mittelalter wurde dann Pappmaché für die Herstellung der Köpfe genutzt. Aber auch das Material ist empfindlich gegenüber Wasser. Auch Druck halten diese Figuren nicht gut aus. Ich habe bereits einige Sachen aus Pappmaché mit meinen Jungs gebastelt. Probiert es doch einfach mal selbst aus. Bastelkleber und Wasser 1:1 mischen und einen Ballon mit Zeitungspapier bekleben. Du brauchst mehrere Lagen, damit es etwas stabil wird. Nur wer selber probiert hat, kann den Wert einer solchen Puppe nachvollziehen. Es ist nicht so einfach zu gestalten und bei Feuchtigkeit wird sofort alles wieder weich.

Als dann Porzellan aufkam, wurden die Körperteile aus Porzellan gefertigt. Der Körper bestand weiter aus Stoff. Diese Puppen waren nur der Oberschicht zugängig. Es wurde das sogenannte Biskuit-Porzellan (zweimal gebacken) genutzt. Dafür wurde dann nach dem 1. Brand die Farbe auf die Köpfe gemalt. Augen, Lippen, Rouge und Haare waren aufgemalt. Mit dem 2. Brand wurde diese Bemalung dann eingebrannt.

Als der blasse Teint in Mode kam und es wurde auch bei den Puppen das China-Porzellan oder auch Parian-Porzellan genutzt. Es ist nichts anderes als ungefärbtes Biskuitporzellan. Auf dem Kopf wurden aufwendige Frisuren gestaltet und der Körper bestand aus Leder oder Stoff. Das waren die „Biedermeier-Puppen“.  

Frankreich stellte auch Puppen her, Französische Modepuppen, bei denen eine glänzende Glasur beim 2. Brennvorgang aufgetragen wurde. Hochglanzpüppchen sind die Folge gewesen.

Den Höhepunkt der Porzellanpuppen war in den 1930er Jahren mit dem Spritzporzellan. Es ist ein einfach gebranntes Porzellan mit einem leicht glänzendem Finish oder auch matt. Aber es bekommt leicht Risse und ist natürlich auch anfällig. Für Kinder zum Spielen ist es eher nicht geeignet, sondern für Sammlerpuppen, die auf den Sofas sitzen und schön aussehen.

Neues Material wurde aus Papier, Lumpen, Kleister, Wasser und Stabilisatoren gemischt. Die Kompositionsmasse ist ähnlich wie Pappmaché aber es ist haltbarer und robuster. Es wurde für die Massepuppen verwendet, es war günstig und daher auch für das Volk zugängig.

Nach dem Krieg wurde Celluloid erfunden. Ein Thermoplast, welches aus Cellulose-Nitrat und Kampfer besteht und mit einem Druckguss-Verfahren in jede beliebige Form gepresst werden konnte. Die Firma Schildkröt verwendete dies Mitte des 19. Jahrhunderts. Leider ist dieses Material leicht entzündlich. Der Kampfer-Anteil fing an auszudünsten und hat sich selbst entzündet. Wobei es zu regelrechten Explosionen der Puppen kam. Es platzten Finger ab oder riss Löcher in die Köpfe. Dies veranlasste die Firmen weiter zu Experimentieren.

Alte Puppe

Eine Zwischenlösung war Tortulon, eine Cellulose-Acetat-Verbindung, die aber schnell ausblich und die nachträglich eingefärbten Produkte wiesen einen starken Farbabrieb auf.

Ab Mitte der 50er Jahre kam dann das Vinyl auf den Markt. Es war PVC mit Weichmachern und ist leicht zu verarbeiten, einzufärben und kann in jede beliebige Form gebracht werden. Der Nachteil ist, dass die Weichmacher mit der Zeit ausbleichen. Typisch für diese Zeit sind die Puppen, deren Köpfe viel heller sind als der restliche Körper.

alte Puppe aus der DDR

Seit 1999 ist der Weichmacher BPA in Babyspielzeug verboten und seit 2005 generell bei Spielzeug. Die Puppen sind daher etwas härter. Wer diese ganzen Sachen nicht besonders toll findet, kann natürlich immer noch auf Stoffpuppen zurückgreifen. Oder welche selber häkeln.

Welchen Weggefährten für welches Alter?

Wer die Wahl hat, hat die Qual. Wofür und welche Puppe soll ich kaufen? Als erstes solltest du überlegen, auf was du Wert legst.

  • Natürliches Material wie Stoff oder Wolle? Mit was soll sie gefüllt sein?
  • Oder lieber eine Kunststoffpuppe, damit sie richtig Baden kann?
  • Wie alt ist mein Kind?
  • Soll die Puppe Haare haben? Wenn ja, welche? Aus Wolle oder Kunsthaar, vielleicht auch Echthaar?
  • Soll sie stehen können oder ein Baby darstellen?

Es ist eine schwierige Entscheidung. Vielleicht kann ich dir mit meinem Artikel dabei helfen.

Schmusepuppen für Babys

Puppen für Babys sollten weich und einfach gehalten werden. Bis 3 Jahre sollten die Puppen auch kein richtiges Gesicht haben. Zwei Punkte als Augen reicht vollkommen aus. Die kleinen Schmusepuppen sind ideal. Egal ob aus Stoff oder gestrickt oder vielleicht auch gehäkelt. Auch ein Teddy kann es sein, der wird genauso liebevoll angenommen.

Frisierpuppen ab 3 Jahren

Für diese Altersgruppe eignen sich schon Püppchen mit mehr Gesichtsausdruck. Für viele ist dieses Alter auch die Zeit, in der ein Geschwisterchen kommt. Dafür sind Babypuppen mit Stoffkörper geeignet. Nicht zu groß, damit die Puppenmamis oder -papis auch ihr Babies leicht an- und ausziehen können. Außerdem muss die Püppi immer mit, daher sollte sie auch nicht zu schwer sein.

Puppen ab 5 Jahren

Langsam wollen die Mädchen Haare frisieren. Hier sind Stehpuppen ideal. Die Firma Götz hat tolle Stehpuppen und die Haare sind auf dem ganzen Kopf. Was das Frisieren leichter macht. Die Puppen sind ziemlich schlank. Das sollte man beim Kauf beachten.

Puppen mit langen Haaren

Modepuppen ab 7 Jahren

Hier kommen Modepuppen langsam zum Einsatz, berühmtester Vertreter sind die Barbie und LOL Puppen. Nicht jeder mag diese Puppen. Aber damit lassen sich die fantastischsten Welten erkunden. Sie spielen Probleme in der Schule nach, probieren sich in verschiedenen Berufen aus. Die Kinder bekommen vermittelt, dass ihnen alle Türen offen stehen.

Mit Eintritt in die Pubertät verlieren die Puppen immer mehr an Bedeutung. Wenn dann die Lieblingspuppe in der Ecke liegt, zeigt es nur, dass die Kinder erwachsen werden. Aber schmeiß die Puppe nicht weg! Es kommt der Moment, wenn die geliebte Puppe wieder ihren Platz im Leben findet.

Jetzt gibt es nur noch die Frage, was es alles überhaupt für Puppen gibt.

Welche Puppenarten gibt es?

Das Angebot ist riesig und dann noch die Frage nach der Firma.

Künstlerpuppen, wie von der Firma Käthe Kruse oder Schildkröt. Inzwischen gibt es viele Puppendesigner.

Modepuppen, sie stellen erwachsene Frauen dar. Es gibt viele verschiedene Kleider und Zubehör für diese. Die bekannteste Firma ist wohl Mattel mit ihrer Barbie.

In moderneren Zeiten sind die Grödner Gliederpuppen eher unbekannter. Sie sind aus Holz gedrechselt, sogenannte Dutch Dolls [Holländische Puppen] oder Penny dolls, weil sie billig in der Herstellung sind und so für die meisten Menschen erschwinglich sind. Es gibt sie in  verschiedenen Größen von 1,3 cm bis 62,4 cm.

Wer kennt sie nicht, die Matrjoschka – Puppe, die russische Puppe oder Babuschka, die ineinander verschachtelte ausgehöhlte Holzpuppen darstellen.

Der Monchhichi, Es ist eine Mischung aus Stofftier und Puppe.

Sprechende Puppen mit Schallplattenspieler im Rücken, In den 80er Jahren war diese wirklich sehr beliebt. Ich habe meine noch heute.

Trinkende Puppen kamen in den 90er Jahren auf. Im Inneren ist ein Schlauch, damit die Puppe wirklich pullern kann, wird ihr Wasser über eine Trinkflasche eingefüllt. In der erweiterten Form, kann die Puppe auch Brei essen. Die bekannteste Puppe ist wohl die Baby Born.

Rebornpuppen (Vinylpuppen), die wie echte Babies wirken. Es ist für viele gruselig anzusehen. Sie eignen sich auch nicht wirklich für Kinder. Sie zählen eher zu den Künstlerpuppen.

Waldorfpuppen, sind Stoffpuppen, die keinen Gesichtsausdruck haben. Die kleinen oder großen Stoffpuppen gibt es mittlerweile in vielen verschiedenen Ausführungen. Sie haben inzwischen auch Künstlerpuppencharakter. Mit verschiedenen Gesichtsausdrücken und Körpermerkmalen, können diese auch individuell angepasst werden.

Fingerpuppen, kleine Fingerhüte in verschiedenen Ausführungen. Diese sind auch ideal für ein kleines Puppentheater im Kindergarten.

Für das große Puppentheater sind Handpuppen, wie das Kasperle Vertreter. Die Hand wird in den Rücken der Puppe gesteckt und durch Handbewegungen wird der Mund zum Reden gebracht.

Kennen Sie noch die Marionetten? Es gibt wirklich viele tolle Figuren, aber der Fitz mit Schnüren.

Sockenpuppen, eine Hand in einer Socke, 2 Augen darauf und voila, die Sockenpuppe, oft ein Krokodil, ist fertig. Hast du auch schon mal eine gemacht?

Papier – Anziehpuppe, sogenannte Paper-Dolls sind oft aufwendig gemalte Puppen, die mit verschiedenen Outfits angezogen werden können. Dabei werden die kleinen Laschen um den Papierkörper gelegt. Bestimmt hast du auch als Kind solche Puppen gehabt.

Puppenstubenpuppen, die Miniaturausgabe meistens einer Familie, die in einem nachgebildeten Haus im Kleinformat wohnt. Kinder können das Familienleben nachspielen. Bei mir findest du auch ein Set davon.

Häkelpuppen oder Strickpuppen können genauso wie die Waldorfpuppen selbst gestaltet werden. Wollart und Füllung werden selber bestimmt. Der Vorteil ist, reparieren kannst du sie auch selber, sollte sie mal ein Wehwehchen haben.

Babypuppen sind kleine oder große Puppen, an denen die Arme, Beine und Kopf an einem weichen Stoffkörper befestigt sind. Meistens haben sie keine richtigen Haare, sondern nur aufgemalte. Es gibt sie mit und ohne Schlafaugen. Aber auch Puppen komplett aus Vinyl sind Babypuppen, aber umso kleiner dein Kind ist, sind Puppen mit weichem Bauch besser. Ich habe eine niedliche von JC Toys.

Babypuppen

Stehpuppen sind schlanke Puppen, oft mit langen Haaren, die frisiert werden können. Sie stellen kleine Mädchen dar. Eine bekannte Marke ist die Firma Götz.

So, dass waren eine Menge Informationen, ich hoffe ich konnte dir damit weiter helfen. Und wenn du jetzt Lust bekommen hast, eine individuelle Puppe selber zu machen, dann schau in meinen Anleitungen nach. Da findest du die verschiedensten kleinen Begleiter.

Bis demnächst

Kathrin

Schreibe einen Kommentar